Du möchtest einen Einbauschrank selber bauen und suchst nach einer detaillierten Anleitung, die dich Schritt für Schritt durch den Prozess führt? Dieser Text richtet sich an Heimwerker mit handwerklichem Geschick, die individuelle Stauraumlösungen schaffen und dabei Kosten sparen möchten, indem sie auf Maßanfertigungen vom Tischler verzichten.
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Grundlagen und Planung deines Einbauschranks
Bevor du auch nur daran denkst, Werkzeug in die Hand zu nehmen, ist eine sorgfältige Planung das A und O. Ein gut geplanter Einbauschrank wird nicht nur deinen Bedürfnissen gerecht, sondern fügt sich auch harmonisch in den Raum ein. Die größte Herausforderung bei Einbauschränken ist die Berücksichtigung der räumlichen Gegebenheiten: schräge Wände, Heizkörper, Nischen oder unerwartete Vorsprünge müssen präzise vermessen und in deine Konstruktion integriert werden. Unterschätze diesen Schritt nicht – eine falsche Messung kann schnell zu teuren Fehlern führen.
Raumvermessung und Bedarfsanalyse
- Präzises Aufmaß: Miss die gesamte Breite, Höhe und Tiefe der Nische oder des Raumbereichs, in dem der Schrank stehen soll. Berücksichtige dabei auch Unebenheiten der Wände und Böden. Verwende ein hochwertiges Maßband und notiere alle Maße sorgfältig. Idealerweise machst du mehrere Messungen an verschiedenen Punkten.
- Berücksichtigung von Hindernissen: Zeichne alle Elemente ein, die den Einbau beeinflussen könnten, wie z.B. Lichtschalter, Steckdosen, Heizkörper, Fensterlaibungen oder Türrahmen. Plane die Position des Schranks so, dass diese Elemente zugänglich bleiben oder gegebenenfalls umgangen werden können.
- Bedarfsanalyse der Innenausstattung: Überlege dir genau, was du in deinem Einbauschrank verstauen möchtest. Hängekleidung (mit spezifischer Höhe für Kleiderbügel), Faltwäsche, Schuhe, Aktenordner oder sperrige Gegenstände erfordern unterschiedliche Innenaufteilungen. Skizziere, wie viele Fächer, Schubladen, Kleiderstangen und welche Höhen und Tiefen diese haben sollen.
- Materialauswahl: Welche Materialien passen am besten zu deinem Stil und Budget? Holzwerkstoffe wie MDF oder Spanplatten sind kostengünstig und gut zu bearbeiten. Massivholz bietet eine höhere Wertigkeit und Langlebigkeit, ist aber auch teurer und aufwendiger zu verarbeiten. Für die Fronten kannst du Furnier, Lack, Melaminbeschichtungen oder sogar Glas verwenden.
Konstruktionsplanung und Entwurf
- Skizzen und Grundrisse: Erstelle detaillierte Skizzen oder CAD-Zeichnungen deines geplanten Schranks. Dies hilft dir, die einzelnen Bauteile zu visualisieren und die Maße für Zuschnitt und Montage festzulegen. Berücksichtige dabei die Materialstärke.
- Rahmenkonstruktion: Wie wird der Schrank im Raum befestigt? Eine tragende Rahmenkonstruktion aus Holz (z.B. Kanthölzer oder Leimholz) ist oft die stabilste Lösung, besonders bei großen oder schweren Einbauten. Diese wird direkt an der Wand verschraubt und bildet das Grundgerüst. Alternativ kannst du auch den Schrank als freistehende Korpus-Konstruktion planen und ihn nur an der Wand fixieren.
- Türsystem: Welche Art von Türen möchtest du? Schiebetüren sind platzsparend, Drehtüren erfordern mehr Bewegungsfreiheit vor dem Schrank. Berücksichtige die Beschläge und die notwendige Einbautiefe.
- Belüftung: Bei geschlossenen Einbauschränken, insbesondere wenn sie in schlecht belüfteten Räumen stehen, solltest du über eine ausreichende Belüftung nachdenken, um Schimmelbildung vorzubeugen. Kleine Lüftungsgitter können hier Abhilfe schaffen.
Benötigte Materialien und Werkzeuge
Für den Bau eines Einbauschranks benötigst du eine Kombination aus Baumaterialien und spezialisierten Werkzeugen. Die genaue Liste hängt von deiner gewählten Konstruktion und den Materialien ab, aber hier ist eine allgemeine Übersicht, die dir weiterhilft:
Materialliste (Beispielhaft)
- Holzwerkstoffe: Spanplatten, MDF-Platten, Sperrholz für Korpus, Rückwand und Einlegeböden.
- Massivholz: Kanthölzer oder Leimholz für die Rahmenkonstruktion, Sockel oder sichtbare Kanten.
- Türen: Rohplatten für Türen (MDF, beschichtete Spanplatten), oder fertige Türen.
- Beschläge: Scharniere (bei Drehtüren), Laufschienen und Rollen (bei Schiebetüren), Schubladenführungen, Griffe oder Griffleisten.
- Befestigungsmaterial: Schrauben (Holzschrauben in verschiedenen Längen und Durchmessern), Dübel (für Wandbefestigung), Winkel.
- Oberflächenbehandlung: Schleifpapier (verschiedene Körnungen), Grundierung, Farbe, Lack oder Holzöl/Wachs.
- Dichtungsband/Klebeband: Zum Abdichten von Kanten oder als Schutz beim Schleifen.
Werkzeugliste
- Messwerkzeuge: Maßband, Zimmermannswinkel, Wasserwaage, Bleistift.
- Schneidwerkzeuge: Stichsäge oder Kreissäge (Handkreissäge oder Tischkreissäge für präzise Schnitte), Fuchsschwanz.
- Bohrwerkzeuge: Akku-Bohrschrauber, Bohrer-Set (Holzbohrer, ggf. Steinbohrer für Wand), Senker.
- Schraubwerkzeuge: Bits für den Akkuschrauber, Schraubendreher.
- Schleifwerkzeuge: Exzenterschleifer oder Schwingschleifer, Schleifpapier.
- Montagewerkzeuge: Hammer, Schraubzwingen, Hammer, Montagekeile.
- Schutzausrüstung: Schutzbrille, Gehörschutz, Atemschutzmaske (beim Schleifen und Sägen).
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Bau des Einbauschranks
Nachdem die Planung abgeschlossen ist und alle Materialien und Werkzeuge bereitliegen, kann der eigentliche Bau beginnen. Dieser Prozess erfordert Geduld und Präzision.
1. Zuschnitt der Platten
Dies ist ein entscheidender Schritt für das spätere Gelingen. Lass dir die Platten idealerweise vom Baumarkt oder einem Holzhandel zuschneiden, wenn du keinen Zugang zu einer Tischkreissäge hast. Achte auf exakte Maße und gerade Schnitte. Kontrolliere alle Maße vor dem Zuschnitt nochmals.
2. Bau der Korpusse und Rahmen
- Rahmenkonstruktion: Falls du einen Rahmen baust, verschraube die Kanthölzer entsprechend deiner Planung. Achte auf rechte Winkel. Bevor du den Rahmen fest in der Nische montierst, teste die Passgenauigkeit.
- Korpusse: Baue die einzelnen Korpusse deines Schranks. Verbinde die Seitenteile, Ober- und Unterböden sowie Rückwände (falls nicht direkt an der Wand befestigt) mithilfe von Schrauben und ggf. Holzdübeln. Verwende eine Senkung für die Schraubenköpfe, damit diese bündig abschließen oder versenkt werden können.
3. Montage im Raum
- Rahmen befestigen: Positioniere den Rahmen in der Nische und befestige ihn sicher an den Wänden und am Boden. Nutze eine Wasserwaage, um sicherzustellen, dass alles gerade ist. Verwende geeignete Dübel und Schrauben für deine Wandbeschaffenheit.
- Korpusse einbauen: Setze die fertigen Korpusse in den Rahmen ein oder montiere sie direkt an der Wand. Achte auch hier auf die Ausrichtung und eine stabile Befestigung.
- Rückwand anbringen: Wenn deine Rückwand nicht bereits Teil des Korpus war, montiere sie nun. Dies gibt dem Schrank zusätzliche Stabilität. Achte darauf, dass die Rückwand plan aufliegt.
4. Einbau der Innenausstattung
- Einlegeböden: Bohre Löcher für Bodenträger oder schraube Regalträger an den Seitenwänden. Lege die Böden ein. Achte auf eine exakte waagerechte Ausrichtung.
- Kleiderstangen: Montiere die Halterungen für die Kleiderstangen an den Seitenwänden. Achte auf die richtige Höhe, damit Kleiderbügel genügend Platz haben.
- Schubladen: Montiere die Schubladenführungen an den Korpuswänden und an den Schubladen selbst. Setze die Schubladen ein und prüfe deren Leichtgängigkeit.
5. Anbringen der Türen
- Beschläge montieren: Befestige die Scharniere an den Türen und am Korpus (bei Drehtüren) oder die Laufschienen und Rollen (bei Schiebetüren).
- Türen einhängen/anbringen: Hänge die Türen ein bzw. schraube sie an. Justiere die Türen so, dass sie gleichmäßig schließen und keine Lücken entstehen. Bei Schiebetüren stelle sicher, dass sie leichtgängig laufen.
- Griffe anbringen: Montiere die gewünschten Griffe oder Griffleisten an den Türen.
6. Oberflächenbehandlung und Feinarbeiten
- Schleifen: Schleife alle Oberflächen, Kanten und Schnitte glatt. Beginne mit einer gröberen Körnung und arbeite dich zu feineren Körnungen hoch.
- Grundieren und Lackieren/Ölen: Trage eine Grundierung auf und lasse sie trocknen. Streiche oder öle den Schrank anschließend in mehreren dünnen Schichten. Beachte die Herstellerangaben für Trocknungszeiten.
- Abdichten: Falls nötig, dichte die Ränder des Schranks zum Boden, zur Decke oder zu den Wänden mit Silikon oder Acryl ab. Dies sorgt für einen sauberen Abschluss und schützt vor Staub.
Tabellarische Übersicht der Kernaspekte
| Aspekt | Wichtigkeit | Umsetzungstipps | Häufige Fehler |
|---|---|---|---|
| Planung & Vermessung | Sehr hoch | Sorgfältige Aufmaße, Berücksichtigung von Hindernissen, detaillierte Skizzen, Bedarfsanalyse. | Ungenaues Aufmaß, fehlende Berücksichtigung von Wand-/Bodenneigungen, unvollständige Planung der Innenausstattung. |
| Materialauswahl | Hoch | Wähle Materialien passend zu Budget, Stil und Beanspruchung. Achte auf Qualität der Platten und Beschläge. | Verwendung von minderwertigen Spanplatten, unzureichende Belastbarkeit von Einlegeböden, falsche Materialstärke für Türen. |
| Zuschnitt & Bearbeitung | Sehr hoch | Präzise Schnitte, glatte Kanten, korrekte Bohrungen für Beschläge. Ggf. professionellen Zuschnitt nutzen. | Ungenauigkeiten im Zuschnitt, ausgefranste Kanten, falsche Bohrpositionen für Scharniere/Führungen. |
| Montage & Stabilität | Sehr hoch | Stabile Rahmenkonstruktion, exakte Ausrichtung, hochwertige Befestigungsmittel, sichere Wandverankerung. | Wackelige Konstruktion, schief montierte Korpusse, mangelhafte Wandbefestigung, unzureichende Rückwandmontage. |
| Oberflächenfinish | Mittel | Glatte Oberflächen durch sorgfältiges Schleifen, gleichmäßiger Auftrag von Farbe/Lack/Öl. | Schleifspuren sichtbar, ungleichmäßiger Farbauftrag, mangelnde Vorbereitung des Untergrunds. |
FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Einbauschrank selber bauen: So gelingt es dir
Benötige ich spezielle Werkzeuge für den Bau eines Einbauschranks?
Während ein Grundsortiment an Werkzeugen wie Maßband, Wasserwaage, Akkuschrauber und Stichsäge für viele Projekte ausreicht, erleichtern spezialisierte Werkzeuge die Arbeit und erhöhen die Präzision. Eine Tischkreissäge oder eine Oberfräse für exakte Ausschnitte und Kantenbearbeitung sind von Vorteil. Für sehr genaue und gerade Schnitte, insbesondere bei größeren Platten, ist die Nutzung von Führungsschienen für die Stichsäge oder eine Tischkreissäge empfehlenswert.
Wie messe ich eine Nische korrekt aus, wenn die Wände schräg sind?
Bei schrägen Wänden ist es entscheidend, die Breite an verschiedenen Höhenpunkten zu messen (unten, mitte, oben) und die tiefsten Maße für die Tiefe zu berücksichtigen. Miss auch die Neigung der Wand mit einem Winkelmesser oder durch Anlegen eines Bretts und Markieren des Winkels. Diese Maße fließen direkt in deine Konstruktionspläne ein, um Aussparungen oder schräge Zuschnitte zu ermöglichen.
Welches Material eignet sich am besten für die Rückwand eines Einbauschranks?
Für die Rückwand werden in der Regel dünnere Platten wie 3 mm oder 8 mm dicke Hartfaserplatten oder dünnere MDF-Platten verwendet. Diese sind kostengünstig und bieten ausreichend Stabilität, wenn sie auf der Rückseite des Korpus verschraubt oder genagelt werden. Sie dienen primär dazu, den Korpus zu versteifen und das Eindringen von Staub zu verhindern.
Wie stelle ich sicher, dass der Schrank stabil und sicher an der Wand befestigt ist?
Die Stabilität hängt maßgeblich von der Art der Befestigung ab. Bei einem Rahmen, der an der Wand befestigt wird, sind stabile Kanthölzer und entsprechende Dübel und Schrauben für die Wandbeschaffenheit essenziell. Positioniere die Befestigungspunkte strategisch, idealerweise in tragenden Elementen der Wand (z.B. Mauerwerk). Bei Korpusmöbeln, die direkt an der Wand stehen, sind Wandhaken oder Winkel zur Fixierung des Schranks an der Wand unerlässlich, um ein Kippen zu verhindern.
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Sind Schiebetüren oder Drehtüren besser für Einbauschränke geeignet?
Die Wahl hängt stark vom verfügbaren Platz ab. Schiebetüren benötigen keinen zusätzlichen Platz zum Öffnen und sind daher ideal für schmale Räume oder wenn der Schrank direkt an einer Wand oder einem Möbelstück anliegt. Drehtüren erfordern mehr Bewegungsfreiheit vor dem Schrank, bieten aber oft einen besseren Überblick über den gesamten Inhalt und sind in der Regel einfacher zu montieren und einzustellen.
Was kann ich tun, wenn die Türen meines Einbauschranks nicht richtig schließen?
Wenn Türen nicht richtig schließen, liegt das meist an einer fehlerhaften Einstellung der Scharniere oder an einer nicht exakten Ausrichtung des Schranks. Die meisten modernen Scharniere sind verstellbar. Überprüfe die Schrauben an den Scharnieren und justiere sie vorsichtig, um die Türhöhe, -tiefe und -seitenlage anzupassen. Auch eine leicht schiefe Montage des Schranks selbst kann zu diesem Problem führen.
Wie vermeide ich sichtbare Schraubenköpfe an meinem Einbauschrank?
Es gibt mehrere Möglichkeiten, Schraubenköpfe zu verdecken. Du kannst die Schraubenköpfe versenken und die Löcher mit Holzspachtel füllen, um sie anschließend zu schleifen und zu überstreichen. Eine andere elegante Lösung sind spezielle Abdeckkappen, die farblich zum Holz passen, oder die Verwendung von Holzdübeln anstelle von Schrauben an sichtbaren Stellen, was eine sauberere Optik erzeugt.